- Saisonale Produkte schmecken besser, sind günstiger und umweltfreundlicher
- Jede Jahreszeit hat ihre kulinarischen Highlights
- Regionale Ware hat kürzere Transportwege und mehr Nährstoffe
- Der Wochenmarkt ist der beste Ort für saisonales Einkaufen
- Einmachen und Einfrieren verlängert die Saison
Warum saisonal einkaufen?
In Zeiten globaler Lieferketten können wir fast jedes Obst und Gemüse das ganze Jahr über kaufen. Doch diese Verfügbarkeit hat ihren Preis – und der geht weit über den Kassenbon hinaus.
Saisonale Produkte werden geerntet, wenn sie natürlich reif sind. Das bedeutet: Sie haben mehr Zeit, Aromen und Nährstoffe zu entwickeln. Eine Tomate, die im August unter der deutschen Sonne gereift ist, schmeckt völlig anders als eine, die im Winter aus Spanien eingeflogen wurde.
Dazu kommt der ökologische Aspekt: Saisonale, regionale Produkte müssen nicht um die halbe Welt transportiert werden. Sie brauchen keine beheizten Gewächshäuser und keine energieintensive Kühlung. Wer saisonal kauft, reduziert seinen CO₂-Fußabdruck erheblich.
Preisersparnis: Saisonale Produkte sind oft 30-50% günstiger als importierte Ware. Wenn Erdbeeren Saison haben, kosten sie einen Bruchteil dessen, was du im Winter bezahlst.
Frühling (März – Mai): Der Neustart
Nach dem langen Winter erwacht die Natur – und mit ihr die Vielfalt auf dem Wochenmarkt. Der Frühling bringt frische, zarte Produkte, die den Körper nach der schweren Winterkost revitalisieren.
März: Die ersten Vorboten
- Bärlauch – Das wilde Knoblauchkraut aus dem Wald, perfekt für Pesto
- Feldsalat – Noch aus dem Winteranbau, aber besonders aromatisch
- Rhabarber – Die ersten Stangen erscheinen Ende März
- Spinat – Frisch und zart, ideal für Salate
- Lauch – Überwintert und jetzt besonders mild
April: Spargel-Zeit beginnt
- Spargel – Das weiße Gold, traditionell ab dem 20. April
- Radieschen – Knackig und scharf, die ersten aus dem Freiland
- Kohlrabi – Zart und süß, roh oder gekocht ein Genuss
- Frühlingszwiebeln – Mild und vielseitig einsetzbar
- Kresse – Würzig und vitaminreich
Mai: Die Fülle beginnt
- Erdbeeren – Die ersten deutschen Erdbeeren, unvergleichlich aromatisch
- Kopfsalat – Frisch aus dem Freiland
- Mangold – Bunt und gesund, ein unterschätztes Gemüse
- Mairüben – Zart und leicht süßlich
- Spitzkohl – Der feine Bruder des Weißkohls
„Der Mai ist mein Lieblingsmonat auf dem Markt. Spargel und Erdbeeren zusammen – das ist für mich der Inbegriff von Frühling."
— Marktbeschickerin aus Baden-Württemberg
Sommer (Juni – August): Die Zeit der Fülle
Der Sommer ist die Hochsaison auf dem Wochenmarkt. Die Stände biegen sich unter der Last von Tomaten, Paprika, Zucchini und Beeren. Jetzt ist die Zeit, um Vorräte anzulegen und die Vielfalt zu genießen.
Juni: Beerenzeit
- Erdbeeren – Jetzt auf dem Höhepunkt der Saison
- Kirschen – Süß- und Sauerkirschen, direkt vom Baum
- Himbeeren – Zart und aromatisch
- Johannisbeeren – Rot, weiß und schwarz, perfekt für Marmelade
- Blumenkohl – Weiß und fest, vielseitig verwendbar
- Erbsen – Frisch aus der Schote, ein Genuss
Juli: Tomatenzeit
- Tomaten – Endlich reif und aromatisch, in allen Farben und Formen
- Gurken – Knackig und erfrischend
- Zucchini – In Hülle und Fülle
- Bohnen – Grün, gelb, violett – die Vielfalt ist groß
- Heidelbeeren – Wild oder kultiviert, immer köstlich
- Aprikosen – Aus deutschen Anbaugebieten
- Pfirsiche – Saftig und süß
August: Erntezeit
- Paprika – Rot, gelb, grün – jetzt aus deutschem Anbau
- Auberginen – Perfekt für mediterrane Gerichte
- Mais – Frisch vom Feld, ideal zum Grillen
- Pflaumen – Für Kuchen, Kompott oder pur
- Brombeeren – Wild gesammelt oder aus dem Garten
- Mirabellen – Die kleinen gelben Pflaumen, ein Geheimtipp
Einmachen lohnt sich: Der Sommer ist die perfekte Zeit, um Vorräte anzulegen. Marmeladen, eingelegtes Gemüse und Chutneys halten die Sommeraromen bis in den Winter.
Herbst (September – November): Die Erntezeit
Der Herbst ist die Zeit der Ernte, der Fülle und der Vorratshaltung. Kürbisse, Äpfel und Wurzelgemüse dominieren die Marktstände. Die Farben werden wärmer, die Aromen intensiver.
September: Übergang
- Äpfel – Die Apfelernte beginnt, Hunderte Sorten warten
- Birnen – Saftig und süß, perfekt für Desserts
- Trauben – Aus deutschen Weinregionen
- Kürbis – Hokkaido, Butternut, Muskat – die Vielfalt ist enorm
- Fenchel – Aromatisch und vielseitig
- Sellerie – Knollen- und Stangensellerie
Oktober: Wurzelzeit
- Kartoffeln – Frisch aus der Erde, in allen Sorten
- Möhren – Süß und knackig, ideal zum Lagern
- Rote Bete – Erdig und gesund
- Pastinaken – Das vergessene Wurzelgemüse erlebt ein Comeback
- Quitten – Für Gelee, Kompott und Likör
- Walnüsse – Frisch vom Baum, noch feucht und mild
November: Kohlzeit
- Grünkohl – Nach dem ersten Frost besonders süß
- Rosenkohl – Klein, aber voller Geschmack
- Wirsing – Zart und vielseitig
- Schwarzwurzeln – Der „Spargel des Winters"
- Topinambur – Nussig und knackig
- Maronen – Geröstet ein Herbstklassiker
„Im Herbst ist der Markt am schönsten. Die Farben, die Düfte, die Vielfalt – das ist für mich die Essenz des Wochenmarkts."
— Stammkunde auf dem Viktualienmarkt München
Winter (Dezember – Februar): Die stille Zeit
Der Winter ist die ruhigste Zeit auf dem Wochenmarkt – aber keineswegs langweilig. Lagergemüse, Kohlsorten und Zitrusfrüchte bestimmen das Angebot. Jetzt ist die Zeit für deftige Eintöpfe und wärmende Gerichte.
Dezember: Wintergemüse
- Rotkohl – Der Klassiker zu Weihnachten
- Weißkohl – Für Sauerkraut und Kohlrouladen
- Chicorée – Leicht bitter, perfekt für Salate
- Feldsalat – Der Wintersalat schlechthin
- Orangen – Aus dem Mittelmeerraum, aber jetzt in Saison
- Mandarinen – Süß und aromatisch
Januar: Lagerware
- Kartoffeln – Aus dem Lager, immer noch köstlich
- Zwiebeln – Unverzichtbar in der Winterküche
- Knoblauch – Würzig und gesund
- Lauch – Winterhart und aromatisch
- Steckrüben – Das unterschätzte Wintergemüse
- Grapefruits – Herb-süß und vitaminreich
Februar: Vorfrühling
- Chinakohl – Mild und vielseitig
- Pak Choi – Asiatisches Blattgemüse, auch aus deutschem Anbau
- Rucola – Die ersten Blätter aus dem Gewächshaus
- Blutorangen – Intensiv gefärbt und aromatisch
- Zitronen – Jetzt auf dem Höhepunkt der Saison
Vorsicht bei „frischem" Wintergemüse: Tomaten, Paprika oder Erdbeeren im Winter stammen aus beheizten Gewächshäusern oder wurden importiert. Der ökologische Fußabdruck ist entsprechend hoch.
Praktische Tipps für saisonales Einkaufen
Saisonal einkaufen ist einfacher, als du denkst. Hier sind unsere besten Tipps:
1. Frag die Händler
Die Marktbeschicker wissen genau, was gerade Saison hat und woher ihre Produkte kommen. Frag nach – sie geben gerne Auskunft und freuen sich über interessierte Kunden.
2. Lass dich inspirieren
Geh ohne feste Einkaufsliste auf den Markt und schau, was gerade angeboten wird. So entdeckst du vielleicht Gemüsesorten, die du noch nie probiert hast.
3. Konserviere die Fülle
Wenn Tomaten, Beeren oder Äpfel Saison haben, kaufe größere Mengen und mache Vorräte: Einkochen, Einfrieren, Trocknen oder Fermentieren verlängert die Saison.
4. Akzeptiere die Lücken
Nicht jedes Gemüse ist das ganze Jahr verfügbar – und das ist gut so. Die Vorfreude auf die erste Erdbeere oder den ersten Spargel macht diese Produkte umso besonderer.
Fazit: Saisonal ist besser
Saisonal einzukaufen ist keine Einschränkung, sondern eine Bereicherung. Du entdeckst die natürlichen Rhythmen der Natur, genießt Produkte auf dem Höhepunkt ihres Geschmacks und tust gleichzeitig etwas für die Umwelt.
Der Wochenmarkt ist der perfekte Ort, um saisonal einzukaufen. Hier findest du regionale Produkte, die oft am selben Tag geerntet wurden. Die Händler können dir genau sagen, woher ihre Ware kommt und wann sie am besten schmeckt.
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